Ein Diakopiergeraet fuer die

Nikon Coolpix 995

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich bei mir ein gut 2000 Dias umfassendes Archiv angesammelt. Die aeltesten Aufnahmen liegen mehr als 50 Jahre zurueck und zeigen in zunehmendem Masse Schaeden. Das faengt bei Farbverfaelschungen an und hoert bei Schimmelbildung und Bakterienfrass auf.
Nach Anschaffung einer digitalen Kamera lag also der Gedanke nahe, das ganze Archiv zu digitalisieren und in einer hoffentlich bestaendigeren Form  auch ueber die naechsten Jahrzehnte hinweg zu retten.

Vorbereitend hierzu suchte ich erst mal nach der geeigneten Methode. Sie sollte nach Moeglichkeit nicht allzu zeitaufwendig sein, dabei aber doch eine akzeptable Qualitaet garantieren. Ein fuer meine  Verhaeltnisse erschwinglicher Diascanner konnte mich bei einem Testlauf nicht ueberzeugen. Geraete mit besseren Ergebnissen lagen aber in einer nicht vertretbaren Preisklasse. Dann kam die Methode der Projektion und Abfotografieren von der Leinwand. Die resultierenden Fehler in der Ausleuchtung, Bildmitte heller als in den Ecken, waren viel zu auffallend. Der Versuch wurde von der Leinwand auf einen “Braehler Glasscreen” verlagert und in Rueckprojektion gearbeitet. Das Ergebnis war zwar deutlich besser als mit der Leinwandprojektion, aber Auf- und Abbau und justieren der optischen Achsen aller drei Geraete war mir bald zu fummelig. Hinzu kam, dass immer nur bei  Dunkelheit gearbeitet werden konnte, da sich Fremdlichteinfluss deutlich bemerkbar machte. Also naechster Versuch mit dem Nikon Diakopieradapter. Seine sehr solide Verarbeitung weckte Vertrauen. Das Problem lag hier aber bei  einer gleichmaessigen und vor allem gleich bleibenden Beleuchtung! Die Tageslichtschwankungen waren viel zu gross, fuer Kunstlicht haette ein Lichtpult angeschafft werden muessen. Fuer ein paar Hundert Dias haette ich nun improvisiert, aber fuer ueber 2000 war mir das zu umstaendlich, um einigermassen flott und kontinuierlich zu arbeiten.

Wenn also schon Bastelarbeit angesagt war, warum dann ueber 100 Euro fuer den Diavorsatz aufwenden, zumal dieser offensichtlich ohne eine zusaetzliche Optik auskommen konnte. Also reifte langsam aber sicher die  Idee, einen Zwitter aus Diaprojektion und Kopiervorsatz selbst zu entwerfen und aufzubauen. Das groesste Problem bestand darin, eine wirklich gleichmaessige Ausleuchtung des Dias zu erreichen. Ohne Hotspot, ohne Randabschattung  und mit einem Licht, dass keine Farbverfaelschungen verursachte. Ich entschied mich daher fuer eine indirekte Beleuchtung  des Dias mit Halogenlampe ueber eine reflektierende Flaeche! Genau das hat sich dann auch gut bewaehrt. Der Hotspot war weg, dunklere Ecken wurden mit sorgfaeltiger Justage der Lichtquelle ausgemerzt. Farbverfaelschungen durch die Lichtquelle konnten ueber den manuellen Weissabgleich der Coolpix gut ausgeglichen werden.

Die nachfolgenden Bilder veranschaulichen den Aufbau. Er ist mit minimaler Werkzeugausstattung zu verwirklichen und sehr einfach. Lediglich sorgfaeltiges Arbeiten ist angesagt, soll  das Endprodukt auch Freude machen. Als Material wurde Multiplex Sperrholz verwendet. Es ist stabil und verzugsfrei. Die Waermeentwicklung der Halogenlampe (20 Watt) haelt sich in Grenzen, auch wenn man mal 2 Std. hintereinander kopiert. Da Lampe, Trafo  und Holz im Bastelkeller vorraetig waren, sind die Kosten minimal geblieben. Lediglich die Opalscheibe musste kaeuflich erworben werden.
 

Bild 10: Strahlengang Button

Diese Skizze zeigt Aufbau und Strahlengang des Diakopierers. Sie soll lediglich zur groben Orientierung in Verbindung mit den nachfolgenden  detaillierten Bauhinweisen dienen. Anklicken  fuer vergroessertes Bild.

Bild 1 zeigt die benötigten Einzelteile. Anklicken der Bilder lädt ein grosses Bild, dem dann Details und die Bemassung zu entnehmen sind.
Bild 1: EinzelteileDie Stärke der Brettchen mit 7 bzw 4mm ergab sich einfach  aus dem vorhandenen Material. Hier können natürlich auch andere Stärken verwendet werden. Dann ist aber zu beachten, daß die korrespondierenden Masse entsprechend geändert werden  müssen! Es wird auffallen, daß kein Bodenbrett vorhanden ist. Ich habe dies bewusst weg gelassen, um beim eventuellen Einsatz  einer stärkeren Lampe eine bessere Lüftung zu erzielen. In dem Fall wird das ganze Gehäuse einfach auf ein paar Vierkantstäbe gestellt, wodurch ein breiter Luftschlitz entsteht.

Bild 2 zeigt die Seitenwände. Auch hier zeigt das vergrösserte Bild die Bemassung. Beim Zuschnitt der Seitenwände ist zu beachten, dass sie gleiche Bild 2: SeitenwaendeAbmessungen haben und die Schlitze für den Schiebeschlitten wirklich exakt in beiden Seiten  an der gleichen Stelle liegen! Das ist leicht zu bewerkstelligen wenn die Bretter VOR dem Zuschneiden mit doppelseitigem  Teppichklebeband zusammen geklebt werden. Das hält sie während der Bearbeitung unverrückbar in gleicher Position. Man bekommt genau gleiche Zuschnitte und nach dem Aussägen der Schlitze mit der Laubsäge lassen sich die Teile leicht wieder trennen. Der Schiebeschlitten muss leichtgängig, aber OHNE SEITLICHES SPIEL in den Schlitzen gleiten können. Jegliches Seitenspiel führt später zur Schieflage des  Dias, was auf der Aufnahme deutlich sichtbar wird. Es empfiehlt sich, erst den Schiebeschlitten  anzufertigen um ihn dann, nötigenfalls durch Nachschleifen mit Sandpapier, in die Schlitze einzupassen. Beim Zusammenbau des Gehäuses ist dann auch auf ein genaues fluchten der beiden Schlitze zu achten, sonst war alle vorherige Sorgfalt vergebens!

Bild 3 ist ein Schnitt durch das Gehaeuse. Hier ist die im Winkel von 45 Grad eingepasste Reflektionsflaeche erkennbar. Sie wurde in einer Holzstaerke von Bild 3: Gehaeuseschnitt10mm gewaehlt, um eine zusaetzliche Verstaerkung des  Gehaeuses zu erreichen. Die Vorder- und Rueckseite des Diaschachtes sind ja  nur 4mm dick. Aus dem gleichen Grunde wurden auch die in den Ecken sichtbaren 6mm Vierkantleisten eingeleimt. Sichtbar sind hier auch die  beiden Vierkantleisten oberhalb des Schieberschlitzes auf der Vorder- und Rueckwand. Sie verhindern, dass oberhalb des Dias Streulicht  eintritt. Denn der Diaschieber schliesst,  soll er leicht gleitend beweglich sein, natuerlich nicht lichtdicht ab. Unmittelbar oberhalb der Reflektionsflaeche und mit etwa 5mm Luft zur Unterkante der Vorderwand des Diaschachtes sind auf den Seitenteilen zwei weitere Leisten aufgeleimt. Sie bilden die Auflager fuer die hier von der Vorderseite her einzuschiebende Opal- oder Mattglasscheibe.

Bild 4 zeigt drei verschiedene Lampeneinsaetze mit denen ich experimentiert habe. Alle drei Varianten sind gut einsetzbar, jede für sich hat geringfuegig Bild 4: Lampeneinsaetzeabweichende Eigenschaften. Diese Abweichungen  beziehen sich vor allem auf die Lichtverteilung und die Lichtfarbe. Die Lumilux-Lampe (15  Watt) hat dabei den Vorteil der geringsten Erwaermung und der Trafo kann entfallen. Bei der Halogen-Spiegellampe (20 Watt) ist auf ein mattiertes Frontglas zu achten! Auch die kleine  Halogenlampe ohne Gehaeuse, von mir bevorzugt  eingesetzt, muss einen mattierten Lampenkolben haben. Für beide Halogenlampen gilt, dass die Montage auf dem Haltebrettchen (= Rueckseite des Lampengehaeuses) so erfolgen muss, dass der Leuchtfaden genau in der gedachten (abgewinkelten) Achse zum Mittelpunkt des Diapositivs liegt. Dieser Punkt ist bei mir nicht identisch mit dem Mittelpunkt der Reflektionsflaeche,  sondern liegt etwas hoeher. Man findet ihn leicht, wenn man bei eingeschobenem und mittig im Gehaeuse ausgerichteten Diaschieber genau im  Mittelpunkt der Aufnahmeoeffnung ein Lot auf die Reflektionsfläche herablaesst und dort  wo die Spitze aufsetzt eine Markierung macht.
Die Lichtverteilung der Lumilux-Lampe ist so diffus, dass es hier nur einer  Ausrichtung der Lampenlaengsachse auf die Mitte der Reflektionsfläche bedarf.

Bild 5 Das Gehaeuse von oben gesehen. Da das Bild weitgehend selbsterklaerend ist, hier nur zwei Anmerkungen: Die Opalscheibe sollte in jedem guten Glasergeschaeft  aufzutreiben sein. Auch gut sortierte  Hobbylaeden haben solche Scheiben für die Herstellung von Tiffany-Lampen oder Fensterbildern. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es erhebliche Qualitaetsunterschiede gibt! Die Scheibe muss eine  reinweisse und ganz homogene Flaeche aufweisen! Sehr gut geeignet sind Ueberfangglaeser, die auf einer Seite eine duenne Schicht von opakem weissem Glas aufweisen. Schlieren oder  Strukturen sollten nicht erkennbar sein.
Man kann zur Not auch eine Mattscheibe einsetzen. Ich habe mit der Scheibe von einem entspiegelten rahmenlosen Bilderhalter experimentiert und die  Ergebnisse waren nicht schlecht. Die Vorteile der Opalscheibe liegen aber bei einer sehr gut abgleichbaren, neutralen Lichtfarbe. Kein Problem für den manuellen Weissabgleich.
Die Gehaeuserueckwand hat in der Hoehe ein um 10mm geringeres Mass als die Seitenwaende. Damit ist Gewaehrleistet, dass im Gehaeuse kein Waermestau auftritt wenn der Deckel aufliegt. Da ich die Lichtquellen austauschbar haben wollte, ist die  Rueckwand auch nicht fest verleimt. Ein an der Oberkante angeleimter 10x10mm Buchenholzstab dient zur Befestigung. In die Stirnseiten des Stabes sind M3 Rampamuffen eingelassen. Somit ist eine einfache Verschraubung mit den Seitenwaenden mittels M3 Zylinderkopfschrauben oder Inbusschrauben moeglich. Zudem  ergibt sich so die Moeglichkeit, die Rueckwand geringfuegig um diesen Drehpunkt zu schwenken und dadurch die Hoehenlage des Lampenfadens um einen kleinen Betrag zu veraendern. Fuer die genaue Justage der Ausleuchtung kann das hilfreich sein.

Bild 6: Noch einmal das Gehaeuse mit eingesetztem Diaschieber. Wie schon oben erwaehnt soll er leicht und ohne hakeln im Gehaeuse gleiten. Auf keinen Bild 6: SchieberFall darf aber das Spiel so gross sein, dass er in der  Laengsachse schraeg laufen koennte. Dass Bildfeld der Kamera muss ja sorgfaeltig auf die  Diagroesse eingestellt werden. Verschiebt sich das Dia unbemerkt, ist hinterher wieder Computerkorrektur angesagt.
Nach dem Aussaegen der Rahmenoeffnungen (50x50 im Oberteil und 40x31mm im Unterteil) werden Ober- und Unterteil passgenau aufeinander geleimt.
Die Masse gehen aus Bild 1 hervor. Die Oeffnung fuer das Diaraehmchen liegt genau auf der mittleren Laengsachse. Am linken Schieberende wird auf der Oberseite ein 6mm Kanthoelzchen abnehmbar mit zwei  M2 Schraeubchen  befestigt. Es dient als Anschlag beim herausziehen zum Diawechsel. Abnehmbar deshalb, damit der Raehmchen-Schieber gegen einen Schieber fuer  Filmstreifen ausgetauscht werden kann.
Um auch in der Laengsachse eine reproduzierbare Position des Dias zu bekommen, wird  hier, nach genauer Kontrolle der richtigen Position mit der  Kamera, ebenfalls ein 6mm Kanthoelzchen auf der Unterseite des Schiebers und buendig mit der Seitenwand  aufgeleimt. Bei mir betraegt der Abstand vom (kleineren) Ausschnitt bis zum Kloetzchen genau 30,0mm. Die Kloetzchen sind auf den Bildern leider nicht zu sehen. Darum
hier noch eine Skizze.

Ach ja, sicher wundern Sie sich ueber das im Bild sichtbare Loch im Diaschieber. Dies  resultiert aus einer Eigenart meiner Coolpix 995. Wenn nach der Aufnahme der Schieber zum Wechseln des Dias herausgezogen wurde, blieb das Objektiv ja unbeleuchtet. Dies  fuehrte dazu, dass die Belichtungsautomatik auf eine Belichtungszeit von einer Sekunde einregelte. Diese Einstellung wurde leider nicht mehr zurück geregelt, wenn das neue Dia eingeschoben wurde! Es war jedes mal ein Umschalten des Drehschalters von Manuell auf Automatik erforderlich, um die Belichtung auf korrekte Werte zu setzen. Die  Anbringung eines 10mm Loches ausserhalb des direkten Strahlenganges erzeugte im  Gehaeuse auch bei ausgezogenem Diaschieber ein diffuses Licht. Damit war das Problem dann beseitigt.

Bild 7: Bedarf keiner grossen Erlaeuterungen. Der Deckel des Diaschachtes ist gleichzeitig Traeger für die Coolpix 995. Hier bewaehrt sich wieder einmal die Bild7: Gehaeuse komplettSchwenkbarkeit des Objektivteils! Wenn das Objektiv nach unten gedreht ist, kann die Kamera direkt mit einer 1/4 Zoll Kameraschraube befestigt werden. Um sich die Justierung der Kamera auf die genaue Bildmitte des Dias zu erleichtern, wird der Deckel zunaechst noch lose verschiebbar aufgelegt. Ein eingelegtes Dia mit Fadenkreuz oder Raster erleichtert die Einstellung sehr. Der Schieber wird an den Anschlag gebracht  und dann der Deckel mit der Kamera so lange verschoben, bis die  Diamitte genau mit der Suchermitte übereinstimmt.  Dann wird mit dem Zoom auf die genaue Diagroesse eingestellt, evtl nachjustiert, und auf der Unterseite des Deckels buendig mit dem Gehaeuse eine Markierung gezogen. An dieser werden dann wieder Kanthölzer (8mm)  aufgeleimt, die den Deckel genau positionieren, fixieren und ihn trotzdem abnehmbar halten.

Als Ergaenzung zu der Massuebersicht im Bild 1 finden sie hier noch eine Zeichnung, aus der die genaue Lage der Bohrungen hervorgeht. Wichtig: sowohl in Bild 1 wie auch in der Zeichnung ist die Unterseite des Deckels / Kameratraegers dargestellt. Von hier muss also gemaess Massangabe das Kamera-Befestigungsloch gebohrt werden! Wird von der Oberseite her gebohrt, liegt das Loch auf der falschen Seite der Mittelachse und die Kamera laesst sich nicht anschrauben. Dieses Lehrgeld musste ich z.B. zahlen.

Bild 8: schliesslich zeigt den Diakopierer mit aufgesetzter Kamera. Das Diakopiergeraet ist auf meine Coolpix 995 zugeschnitten. Diese Kamera ist durch Bild  8: Buttonden sehr geringen Aufnahmeabstand im Makrobereich und  die moegliche Einstellung auf “Dia-Adapter”, wobei sie automatisch auf den Macrobereich und auf verminderten Kontrast umschaltet, hervorragend geeignet. Die Einstellung auf das 3:2 Format passt  das Bild dann dem  Diaformat an. Alle Massangaben sind daher auf diese Kamera bezogen. Sie sind in fuenf verschiedenen  Testaufbauten mehr oder weniger empirisch ermittelt  worden und stellen m. E. das Optimum dar. Sicherlich ist das Prinzip auch auf andere Kameras uebertragbar, sofern diese mit  entsprechender Nahbereich- und Zoomeinstellung eine formatfuellende Aufnahme bei vernuenftigen Abmessungen des Geraetes zulassen. Natuerlich muessen in dem Fall alle korrespondierenden Masse entsprechend geaendert werden.

Noch ein paar abschliessende Bemerkungen

Alle Innenseiten des Gehaeuses und die Ober- und Unterseite des Diaschiebers sollen das Licht ganz gleichmaessig und ohne Farbverfaelschung streuen! Meine anfaengliche  Meinung, dass es spiegelnde  Flaechen (Folien) sein sollten, habe ich schnell aufgeben müssen. In vielen Versuchen hat sich herausgestellt, dass eine vollstaendige, reinweisse und nicht spiegelnde Auskleidung die besten Ergebnisse im Hinblick auf gleichmaessige Ausleuchtung und sehr geringe Farbverfaelschung brachte. Ich habe fuer mein Geraet schliesslich eine nicht glaenzende, weisse Selbstklebefolie mit fein genarbter Oberflaeche genommen. Es geht aber auch ein reinweisserKraeusellack.  Wird mit Folie gearbeitet, ist das Aufbringen auf alle Teile vor dem verleimen einfacher als im zusammen gebauten Zustand. Dann muss aber darauf geachtet werden, dass alle Leimstellen  frei von Folie bleiben! Nach  meinen Erfahrungen brachten selbst Komponentenkleber auf der Folie keine einwandfreie Haftung. Den Gehaeusedeckel nicht vergessen! Ich habe mich  Tage lang mit einem unerklaerlichen rosafarbenen Farbstich herum  geschlagen. Die Ursache lag dann im nicht weiss verkleideten Deckel, dessen warmer Holzton das Licht voellig verfaelschte!

Fuer eine optimale Ausleuchtung des Diafensters muss man ein bischen experimentieren. Abstand und Hoehe der Lampe zur Reflektionsflaeche sind hier ausschlaggebend. Man  belaesst daher den Lampenhalter  bis zur Ermittlung der endgueltigen Position ohne Fixierung, klemmt ihn nur zwischen die Seitenteile. Zur Einstellung wird ein leeres Diaraehmchen in den Schieber eingelegt und in die richtige Position gebracht. Ohne aufgesetzten Deckel (Kameratraeger) beurteilt man die Ausleuchtung. Dem Auge wird es vermutlich schon gleichmaessig ausgeleuchtet erscheinen. Die Kamera reagiert da aber empfindlicher. Eine grosse Hilfe ist es, wenn man an Stelle des Deckels (Kameratraegers) ein Schweisserschutzglas (Daempfung 5A1), wie es in den Schutzhauben fürs Elektroschweissen verwendet wird, auflegt. Dadurch wird die Blendung des Auges soweit reduziert, dass auch feine Unterschiede in der Ausleuchtung des Fensters erkennbar werden und durch veraendern der Lampenposition korrigiert werden koennen.

Auch den bestmöglichen Weissabgleich ermittelt man experimentell. Ich habe die besten Ergebnisse bekommen, wenn ich direkt durch das leere Dia die weisse  Reflektionsflaeche angemessen und die manuelle  Funktion “Weisspunkt setzen” der Coolpix angewendet habe. Fuer die Lumilux-Lampe war auch die Voreinstellung auf “Leuchtstoffroehre” ganz brauchbar. Mit der Automatik- oder Kunstlichteinstellung waren die Ergebnisse  bei allen drei Lampen nicht gut. Interessante Varianten erhaelt man auch,  wenn man auf die weisse Reflektionsflaeche verschieden stark getoente Graukartons (Fotokarton aus dem Hobbyladen) auflegt. Man kann so die Beleuchtung fast auf die Eigenheiten einer bestimmten Diaserie abstimmen! Die Kontrolle auf Farbstich und Schaerfe sollte dann mit einem Testdia (Hama oder Kaiser) und Kamera vorgenommen werden.
Nachträglich,  daher in den Bildern nicht vorhanden, habe ich noch unter der Objektivoeffnung des Kameratraegers zwei U-foermige Metallprofile aus dem Modellbausektor  geklebt. In diese kann ich nun von der Seite her normale Foto-Konversionsfilter einschieben und so eine zusaetzliche Filterung bei stark blau- oder rotstichigen Dias erreichen.

Zur Kameraeinstellung: Auch hier muss man ein bischen experimentieren. Fuer die meisten meiner Diaserien habe ich im Menue “Anwendereinstellungen” folgende Werte  gewaehlt: Weissabgleich - manuellen  Weisspunkt setzen. Belichtungsmessung - Mittenbetont oder Matrix. Zweite Aufnahme - auf Einzelbild. BBS - auf Aus. Bild einstellen - auf weniger Kontrast. Farbsaettigung - auf Normal. Objektiv(vorsatz) - auf  Diaadapter. Empfindlichkeit - 200 ISO. Die Kamera ist über die AV-Schnittstelle mit einem Kontrollmonitor  verbunden. Damit ist eine schnelle und genaue Kontrolle des Diapositivs gegeben. Die Stromversorgung erfolgt ueber das Netzgeraet, ausgeloest wird voellig erschuetterungsfrei ueber das Fernausloeser-Kabel.

Der “Durchsatz” liegt, ohne jede Hektik, aber natuerlich abhaengig von der jeweiligen Betrachtungsdauer des Dias, bei etwa 120 Dias pro Stunde.

 

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