Kamera Mikroskop Adapter, selbst ist der Mann

Allgemeines:
 In den Newsgroups Fotografie, Mikroskopie und Astronomie stosse ich immer wieder einmal auf Anfragen, wie denn z.B. eine Digitalkamera an ein Mikroskop oder Teleskop  adaptiert werden kann.
Viele  Vorschlaege laufen darauf hinaus, ein auf das jeweilige Geraet zugeschnittenes Anpassstueck beim Feinmechaniker fertigen zu lassen, oder, sofern dieser  glueckliche Umstand zutrifft, auf vorhandener Drehbank anzufertigen.
Leider kommt man dabei beim Feinmechaniker schnell in die gleiche Preislage wie fuer kommerziell vom Geraetehersteller angebotene Adapterstuecke. Die Eigenfertigung aber scheitert oft an der Unmoeglichkeit, die Feingewinde mit  0,75mm oder 1,0mm Steigung und nur 2mm Länge zu schneiden.

Vor genau dieser Situation stehend habe ich, zumindest fuer mich, einen Ausweg gefunden, den vielleicht auch Andere nutzen koennen. Daher stelle ich mal diese Beschreibung füer eventuelle Interessenten hier ins Netz. Zwar ist auf Dreharbeiten nicht zu verzichten, aber sie beschraenken sich auf einfache Arbeiten, die auch der Heimwerker, Freund oder Kollege mit Drehbank ausfuehren kann. Selbst bei Vergabe an eine Werkstatt wird das Teil deutlich billiger, weil auf den teuren Gewindeschnitt verzichtet werden kann.
 

Das hier beschriebene Anpassstueck dient zur Verbindung einer Nikon Coolpix 995 mit einem MBS-10 Stereomikroskop.
+++
Zeichnung  nicht normgerecht, aber wohl trotzdem verstaendlich.

Masszeichnung

Alle Massangaben [mm] beziehen sich daher auf diese Kombination und muessen natuerlich fuer andere Kameras und Instrumente entsprechend geaendert werden.

Die benoetigten Gewinde-Anschlussstuecke erhaelt man als Zubehoerteile im Fotohandel, naemlich:

1. Einen Filteradapter von M28 x 0,75 auf M37 x 0,75 x   (z.B. Hama Nr. 12837)
   und
2. Eine Metall Tele-Sonnenblende M37 x 0,75  (Heliopan FS-Nr.9802 / Best.Nr.1037)                   

Diese zwei Teile ergeben nun den Uebergang vom Kamera-Objektivgewinde zum ungefaehren
Anschlussmass des Mikroskop- oder Teleskopokulars. Die genaue Anpassung ermoeglicht dann das Drehteil.
Da die Heliopan  Metallsonnenblenden in der ueblichen Stufungsreihe bis hinauf zu Gewindedurchmessern von 82 mm lieferbar sind, sollte eine Adaption an alle gaengigen Objektive moeglich sein.

Eine Anmerkung noch zu dem Anpassteil, sofern genau diese Kombination Coolpix 995 und Stereomikroskop LOMO MBS-10(baugleich mit Bresser “Biolam Stereo Professional”)  nachgebaut werden soll: Bedingt durch eine 6mm hohe Verdickung innen im gewindenahenTeil der Sonnenblende muss der Durchmesser des Drehteils in diesem Bereich auf 34,5mm  gedreht werden. Damit  bleibt bei dem durch den Mikroskopstutzen gegebenen Innendurchmesser von 34,0mm nur eine Wandstaerke von 0,25mm stehen. Da diese sowieso nicht mehr zur Stabilisierung beitraegt, kann man auch darauf  verzichten. Der Zylinder wird dann um diese 6mm gekuerzt. Die restlichen 12mm innerhalb der Sonnenblende reichen - praezise und ohne Spiel gedreht! - durchaus noch aus. Zur Sicherung  kann auch mit ein paar Tropfen Sekundenkleber oder UHU-Plus eine Verklebung erfolgen.

Die Aufnahme vom Mikroskop mit aufgesetzter Kamera ist leider in der Schärfe sehr mangelhaft. Da aber  die Digitalkamera im Bild sein sollte, war ich auf Einzelaufnahmen mit der Videokamera  angewiesen. Dabei sieht man nun  aber deutlich den Qualitaetsunterschied zwischen einem Bild mit knapp 415000 Pixeln und dem Digitalkamerabild mit 3,15 Megapixeln. Trotzdem ist aber wohl  ersichtlich, wie die Kameraadaption aussehen soll.

Einzelteile

Adapter

Coolpix mit Adapter

Einzelteile und zusammengesetztes Adapterstueck

   ...und wenn jemand ein paar
     Worte dazu los werden möchte: 

     Bitte hier>>> Briefkasten

 

 

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Coolpix am Mikroskop

Die Kamera
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